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Peter Rieder
Peter Rieder ist seit 1980 ordentlicher Professor für
Agrarwirtschaft der ETH Zürich. Seine Spezialgebiete
sind volkswirtschaftliche Aspekte des Agrarsektors, nationale
und internationale Agrarpolitik und –märkte, Welternährungsfragen
sowie aber Berggebietsfragen. Er stammt aus Vals/GR, geboren
1940. Nach der Matura studierte er Agrarwissenschaften an
der ETHZ. Es folgte eine Ökonomieausbildung sowie drei
Jahre in der Operations Research Abteilung der FIDES Treuhandvereinigung
in Zürich.
Im Auftrag der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit
war er Experte für Projekte in vielen Entwicklungsländern
(Peru, Sri Lanka, Rwanda, Elfenbeinküste, Honduras, China,
Bhutan u.a.m). Als Gutachter für den Bund hat er die
schweizerische Agrarpolitik wesentlich mitgeprägt. |
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“...Wenn man den Wandel
der Gewohnheiten und der Beschäftigung bei der Bergbevölkerung,
aber auch den Besuchern beobachtet, sind innerhalb einer Generation
tief greifende Veränderungen offenbar. Viele Schulabsolventen
sind nach der Ausbildung nicht mehr in ihre Heimatgemeinden
zurückgekehrt, weil sie bessere berufliche Chancen und
Arbeitmöglichkeiten in den Städten und Agglomerationen
gefunden haben.
Obwohl unübersehbar grosse Fortschritte bei der Verbesserung
der Bewirtschaftungsmethoden und Strukturen in der Land- und
Forstwirtschaft im Berggebiet stattgefunden haben, konnten
mitnichten die notwendige Vielzahl von attraktiven Arbeitsplätzen
im Berggebiet angeboten werden. Vor allem Gebiete und Räume,
die schwierig zu erreichen oder geländemässig anspruchsvoll
(oder ausgeschlossen) für die zweckmässige Bewirtschaftung
sind, setzt eine natürliche Sukzession ein, das heisst,
die natürliche Pflanzenwelt dringt vor und verbreitet
sich. Je nach Anschauung birgt diese Entwicklung Nachteile,
eröffnet aber auch neue Perspektiven.
Die zuständigen Fachleute bei der Schweizer Berghilfe
(SBH) beobachten diese Entwicklung schon lange aufmerksam.
Bei den zahlreichen Gesuchen um Unterstützung, die an
die SBH gerichtet werden, können in vielen Fällen
Anstösse für zukunftsgerichtete Projekte oder Beiträge
für bewirtschaftungstaugliche Grundlagen geleistet werden.
In den letzten Jahren hat die SBH vermehrt auch innovative
Projekte unterstützt und initiiert.
Wenn ich das erst 25 jährige Bergwaldprojekt beobachte,
fallen mir einige bemerkenswerte Aspekte auf. 1. Das Bergwaldprojekt
verbessert die Lebensbedingungen in den Berggebieten durch
gezielte Arbeitseinsätze im Bergwald. 2. Es arbeitet
in den Projektgebieten über Jahre hinweg und erzielt
dadurch eine nachhaltige Wirkung. 3. Den vielen Teilnehmern
aus dem In- und Ausland eröffnet das Bergwaldprojekt
eine Sicht für die natürlichen Zusammenhänge
in der Natur. Die Schweizer Berghilfe hat kürzlich einen
finanziellen Beitrag für die Familienprojekte im Bergwald
gesprochen, weil durch das Bergwaldprojekt eine interessante und sinnvolle
Art von Bergerlebnis möglich wird. Ich unterstütze
die Idee des Bergwaldprojektes und wünsche viel Erfolg
beim weiteren Aufbau.”
November, 2008 |