25 Jahre Bergwaldprojekt 1987-2012

 

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Promiworte - Rolf Gerber

Rolf Gerber

Rolf Gerber
Rolf Gerber ist Chef des Amtes für Landschaft und Natur des Kantons Zürich, wo auch die Jagd, Fischerei und der Wald dazugehören. Er studierte Agronomie an der ETH Zürich.

 

Oberstufenschüler aus Uster arbeiten freiwillig in den steilen Berghängen des oberen Tösstals. So war es im Tages Anzeiger kürzlich zu lesen und eine stattliche Zahl Schüler, ausgerüstet mit Gertel, Fuchsschwanz-Säge und anderen Werkzeugen, waren auf dem farbenfrohen Bild zu sehen. Der Slogan „mit Klasse ins Bergwaldprojekt“ trifft einmal mehr zu.

Die Wälder des oberen Tösstals, einem wüchsigen, wenig berührten, wilden und steilen Gebiet regulieren die Wassermengen im Einzugsgebiet der Töss, was der Bevölkerung, den Anlagen und Häusern entlang dem Fluss zu Gute kommt. Holznutzung ist im schwierigen Gelände nur eingeschränkt möglich und meistens auch aufwendig.

Wenn sich Oberstufenschüler unter fachkundiger Anleitung der Förster aus dem Bergwaldprojekt im Zürcher Staatswald an die notwendigste Pflege der Bergwälder machen, profitieren alle:

Ohne Ablenkungen durch all die modernen zivilisatorischen Störfaktoren arbeiten Lehrer, Schüler, Gruppenleiter und Förster konzentriert und gemeinsam in den wenigen und letzten Naturfreiräumen unseres Kantons. Sie pflegen und gestalten Wald und die Naturlandschaft, machen selber Erfahrungen und lernen bei ihrer Arbeit elementare Zusammenhänge in der Natur kennen. Sie kochen gemeinsam im Feld und nach getaner Arbeit erleben sie die Dämmerung und den Einbruch der Nacht ohne Lichteinfluss aus den städtischen Gebieten. Erinnern sie sich nicht auch, dass bei solchen Gelegenheiten der Gemeinschaftssinn gestärkt wurde und manch freundschaftliche Seilschaft fürs Leben entstanden ist?

Gewinner ist auch die örtliche Bevölkerung, die Gemeinden und die Waldeigentümer. Durch die sorgfältig geplanten forstlichen Eingriffe können die Waldungen ihre zugewiesene Aufgabe erfüllen. Die Schüler erzählen über ihre Erlebnisse zu Hause, in der Schule, im Freundeskreis, was das Verständnis für die Aufgaben des Waldes und der forstlichen und naturpflegenden Eingriffen fördert.

Gewinner könnten vermehrt auch die Schulen und Ausbildungsinstitutionen werden. Immer mehr zeigt sich (wieder) wie wichtig selber gemachte Erfahrungen, Versuche und eignes Handanlegen sind. Die dabei erzielten Erfolge sind eine gute, aufbauende, lehrreiche und motivierende Art, um eigene Fähigkeiten zu entdecken, zu entwickeln und Freude daran zu gewinnen.

Die ersten Erfahrungen mit der Oberstufenschule in den Staatswaldungen des oberen Tösstals sind viel versprechend. Ich freue mich, dass meine Staatsförster zusammen mit dem Bergwaldprojekt und der Ustener Oberstufe hier eine gute Fährte gewittert haben. Der Raum des oberen Tösstals bietet mit seinen natürlichen Bergwäldern, grossen Freiräumen und dem Einstandsgebiet für das Wild, den artenreichen Wiesen, der intakten gewerblichen und landwirtschaftlichen Kultur eine gute Ausgangslage für weitere Initiativen und Projekte. Deshalb unterstützt das Amt für Landschaft und Natur, ALN, des Kantons Zürich ideell und finanziell das Bergwaldprojekt. Unterstützen auch Sie das Bergwaldprojekt!

November, 2009