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Rolf Gerber
Rolf Gerber ist Chef des Amtes für Landschaft und Natur
des Kantons Zürich, wo auch die Jagd, Fischerei und der
Wald dazugehören. Er studierte Agronomie an der ETH Zürich.
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Oberstufenschüler aus
Uster arbeiten freiwillig in den steilen Berghängen des
oberen Tösstals. So war es im Tages Anzeiger kürzlich
zu lesen und eine stattliche Zahl Schüler, ausgerüstet
mit Gertel, Fuchsschwanz-Säge und anderen Werkzeugen,
waren auf dem farbenfrohen Bild zu sehen. Der Slogan „mit
Klasse ins Bergwaldprojekt“ trifft einmal mehr zu.
Die Wälder des oberen Tösstals, einem wüchsigen,
wenig berührten, wilden und steilen Gebiet regulieren
die Wassermengen im Einzugsgebiet der Töss, was der Bevölkerung,
den Anlagen und Häusern entlang dem Fluss zu Gute kommt.
Holznutzung ist im schwierigen Gelände nur eingeschränkt
möglich und meistens auch aufwendig.
Wenn sich Oberstufenschüler unter fachkundiger Anleitung
der Förster aus dem Bergwaldprojekt im Zürcher Staatswald
an die notwendigste Pflege der Bergwälder machen, profitieren
alle:
Ohne Ablenkungen durch all die modernen zivilisatorischen
Störfaktoren arbeiten Lehrer, Schüler, Gruppenleiter
und Förster konzentriert und gemeinsam in den wenigen
und letzten Naturfreiräumen unseres Kantons. Sie pflegen
und gestalten Wald und die Naturlandschaft, machen selber
Erfahrungen und lernen bei ihrer Arbeit elementare Zusammenhänge
in der Natur kennen. Sie kochen gemeinsam im Feld und nach
getaner Arbeit erleben sie die Dämmerung und den Einbruch
der Nacht ohne Lichteinfluss aus den städtischen Gebieten.
Erinnern sie sich nicht auch, dass bei solchen Gelegenheiten
der Gemeinschaftssinn gestärkt wurde und manch freundschaftliche
Seilschaft fürs Leben entstanden ist?
Gewinner ist auch die örtliche Bevölkerung, die
Gemeinden und die Waldeigentümer. Durch die sorgfältig
geplanten forstlichen Eingriffe können die Waldungen
ihre zugewiesene Aufgabe erfüllen. Die Schüler erzählen
über ihre Erlebnisse zu Hause, in der Schule, im Freundeskreis,
was das Verständnis für die Aufgaben des Waldes
und der forstlichen und naturpflegenden Eingriffen fördert.
Gewinner könnten vermehrt auch die Schulen und Ausbildungsinstitutionen
werden. Immer mehr zeigt sich (wieder) wie wichtig selber
gemachte Erfahrungen, Versuche und eignes Handanlegen sind.
Die dabei erzielten Erfolge sind eine gute, aufbauende, lehrreiche
und motivierende Art, um eigene Fähigkeiten zu entdecken,
zu entwickeln und Freude daran zu gewinnen.
Die ersten Erfahrungen mit der Oberstufenschule in den Staatswaldungen
des oberen Tösstals sind viel versprechend. Ich freue
mich, dass meine Staatsförster zusammen mit dem Bergwaldprojekt
und der Ustener Oberstufe hier eine gute Fährte gewittert
haben. Der Raum des oberen Tösstals bietet mit seinen
natürlichen Bergwäldern, grossen Freiräumen
und dem Einstandsgebiet für das Wild, den artenreichen
Wiesen, der intakten gewerblichen und landwirtschaftlichen
Kultur eine gute Ausgangslage für weitere Initiativen
und Projekte. Deshalb unterstützt das Amt für Landschaft
und Natur, ALN, des Kantons Zürich ideell und finanziell
das Bergwaldprojekt. Unterstützen auch Sie das Bergwaldprojekt!
November, 2009
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